Kategorie-Archiv: Tests und Vergleiche

Marktübersicht handgeführter Wärmebildoptiken 09.2017

Folgend finden Sie eine Marktübersicht relevanter Wärmebildoptiken für den handgeführten Einsatz in monokularer Bauform.

Wärmebild-Marktübersicht-10_2017

Übersicht als .pdf Dokument

Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die aufgeführten Modelle spiegeln die im Markt meist verwendeten und gehandelten Optiken wieder.
Desweiteren sei angemerkt, dass die Bildqualität (Schärfe, Kontrast, Sensibilität), wahrgenommen vom Betrachter, nicht aus den Kennzahlen abzuleiten ist.
Hier kann nur der Vergleich mit den eigenen Augen Aufschluss geben.

Sollten wir eine Kennzahl nicht korrekt gelistet haben, bitten wir um Nachricht.

Marktübersicht über Wärmebildoptiken unter 2.500,- EUR

Gerade jetzt zu Beginn der aktuellen Jagdsaison bekommen wir immer wieder Anfragen, welche Wärmebildoptik sich als Einsteigergerät für die Jagd eignen würde.
Wir schreiben hier gerne einmal auf, welche Meinung wir in der persönlichen Beratung dazu vertreten.

Grundsätzliche Betrachtung bei der Jagdanwendung

Für den Jagdeinsatz empfehlen wir den Kunden sich Wärmebildkameras mit den Mindestleistungsanforderungen von 25Hz Bildfrequenz, 320x240x Pixel Auflösung und 19mm Objektivdurchmesser anzuschauen und zu vergleichen.

In einem früheren Beitrag haben wir auf Nachfrage die Jagdtauglichkeit von Wärmebildkameras bis 1.000 € schon betrachtet. Wir stellten fest, dass sich Interessenten hier mit der technischen Möglichkeit zufrieden geben müssen auf ca. 100m zu detektieren, ob ein “Stück Wild” anwechselt. Sie können aber nicht erkennen, ob es sich um einen Dachs oder Fuchs handelt.

Um die aktuelle Frage adäquat zu klären ziehen wir daher Geräte um die 2.300 € zum Vergleich heran, da wir in unseren Beratungen davon ausgehen, dass die Kunden Wild nicht nur erkennen, sondern auch “ansprechen” wollen.

Wettbewerbsanalyse

Wir halten den Vergleich der folgenden Wärmebildoptiken für angebracht. Alle Geräte sind von uns getestet und können guten Gewissens auch von uns vertrieben werden. Das Keiler-25 kommt aus eigenem Hause und wird nach unseren Spezifikationen hergestellt.

Attribut LIEMKE Keiler-25 GUIDE IR-510P PULSAR Quantum XQ19 FLIR Scout III 320
Bildfrequenz 50 Hz 50 Hz 50 Hz 30 oder 60 Hz
Auflösung 384×288 Px 400×300 Px 384×288 Px 320×240 Px
Linsengröße 25mm 19mm 19mm 19mm
Zoom 2-4x 2-4x 2-4x 2x
Reichweite bis 800m bis 700m bis 600m bis 650m
Abmessung 180x70x70mm (LxBxH) 160x67x62mm (LxBxH) 180x86x59mm (LxBxH) 172x59x62mm (LxBxH)
Gewicht 490g 350g 350g 340g
Bildspeicherfunktion Nein, Liveübertragung per WiFi/Videokabel möglich Ja, zusätzliche Übertragung per Wifi (keine Liveübertragung)/Kabel möglich Nein, Übertragung per Kabel möglich Nein, Übertragung per Kabel möglich
Akku/Batterie integriert, bis 6h Dauerbetrieb integriert, bis 6h Dauerbetrieb 4 AA-Batterien, abhängig von Qualität der Batterien integriert, bis 5h Dauerbetrieb
Preis
Stand Okt 2016
2.298 EUR 2.350 EUR 2.320 EUR 2.398 EUR

Praktische Übersetzung der Kennzahlentabelle

In der Bildfrequenz nehmen sich die Geräte alle nichts. Ein Unterschied von 50Hz zu 60Hz ist praktisch nicht sichtbar. Ebenso macht die Auflösung von 384×288 Pixeln zu 400×300 Pixeln keinen Unterschied. Mit 320x240Pixeln kratzt die Flir Scout III an der unteren Grenze unserer Empfehlungen.

Bei den Zoom-Möglichkeiten liegen alle Infrarotkameras gleichauf. Befindet man sich auf der Pirsch ist ein Zoom nicht notwendig, da man die realen Entfernungen verzerrungsfrei gespiegelt bekommt. Sitzt man auf dem Ansitz sind Geräte mit 2-4-fachem Zoom ideal um Wild auch sicher identifizieren zu können.

Bei der Linsengröße liegt das LIEMKE Keiler-25 vorn. Die 25mm Linse verspricht eine größere Reichweite im Vergleich zu den anderen Kandidaten. Die optische Vergrößerung sorgt hier für eine bessere Bildqualität, aber für ein engeres Sehfeld. Bedenkt man allerdings, dass eine gute Linse den Großteil der Kosten einer Wärmebildkamera ausmacht, steht die Keiler-25 im Vergleich sehr gut da. Zum Vergleich des Sehfeldes empfehlen wir unseren Sehfeldsimulator.

Für die Jäger, die sich ihre nächtlichen Ausflüge gerne später noch einmal in Bildern ansehen, bietet die Guide IR510P als einzige einen integrierten Bildspeicher von 4GB und kommt somit dem Namen “Kamera” am nächsten. Die anderen drei Kandidaten teilen sich im Vergleich den Video-Ausgang. Das Keiler-25 sticht noch mit der WiFi-Funktion heraus, so dass Bilder und Videos bequem auf Smartphone und Tablet-PC übertragen werden können und von dort aus dann an die Freunde versendet werden können.

Die Pulsar Quantum XQ19 sticht als einzige Kamera mit einer Batterie-Stromversorgung heraus. Hier kann im Wald natürlich schnell getauscht werden, während die anderen Kameras integrierte Li-Ionen Akkus besitzen, die per USB-Kabel geladen werden. In Zeiten von Powerbanks im Hosentaschenformat allerdings auch kein herausragender Vor- oder Nachteil mehr.

Fazit

Grundsätzlich ist es immer schwierig die reinen Kennzahlen miteinander zu vergleichen. Zum einen, weil man sich oft auf die Herstellerangaben verlassen muss, zum anderen weil ein gutes Wärmebildgerät vor allem aus dem korrekten Zusammenspiel aller Komponenten besteht. Vor allem die Temperatursensibilität des Detektors, Bildoptimierungssoftware, Linsenvergütung etc. spielt eine entscheidene Rolle und führt zu einer guten und sichtbaren Bildqualität.

Im Fazit empfehlen wir die LIEMKE Keiler-25 und das nicht nur weil diese unseren Namen trägt, sondern weil diese Optik in einer engen Zusammenarbeit mit einem Hersteller entstanden ist der unsere technischen Empfehlungen erfolgreich umgesetzt hat. Damit hält die Keiler-25 was sie verspricht. Sie bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, insbesondere im Anbetracht der größeren Linse und der einzigartigen Live WiFi Bildübertragung.

Vergleich von Wärmebildoptiken im Magazin Pirsch

Die Jagdzeitschrift PIRSCH aus dem Deutschen Landwirtschaftsverband hat in der Ausgabe 14/2016 Wärmebildgeräte durch alle Preisklassen hinweg getestet. Wir stellten die Geräte für den Test zur Verfügung und bieten Ihnen hier den kompletten Beitrag zum Lesen an.

Wärmebildoptik Vergleich der Modelle

Der Redakteur Dominik Allartz schaut auf die Grundprinzipien der Technologie und testet von der Smartphone-Lösung bis zum High-End-Gerät insgesamt sechs Wärmebildkameras. Getestet wurden die folgenden Infrarotkameras:

  • Seek Thermal XR
  • Seek Thermal Reveal
  • Opgal Therm-App HZ
  • FLIR Scout 640
  • GUIDE IR517
  • LIEMKE M640

Den gesamten Artikel lesen Sie hier:

pirsch_mag
Pirschausgabe 14/2016

Flir Scout II 640 vs. Flir LS-XR vs. Flir Ocean Scout 640

Wer sich auf dem Markt nach Wärmebildoptiken umschaut, findet selbst im Portfolio eines einzigen Herstellers die unterschiedlichsten Modelle. Diese miteinander zu vergleichen ist langwierig und mühsam, die Herstellerseiten bieten keine richtige Vergleichsmöglichkeit und für jeden Bereich – ob Jagd, Schifffahrt oder die behördliche Nutzung – scheint es ein eigenes passendes Wärmebildgerät zu geben.

Jagd, Schifffahrt oder behördliche Nutzung

FLIR Scout II 640, FLIR LS-XR, Raymarine FLIR Ocean Scout 640

In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit drei Produkten aus dem Hause FLIR: Dem Flir Scout II 640, dem Flir LS-XR und dem Raymarine Flir Ocean Scout 640. Werfen wir einen Blick auf die untenstehende Tabelle um die technischen Details miteinander zu vergleichen:

Attribut FLIR Scout II 640 FLIR LS-XR Raymarine FLIR Ocean Scout 640
Bildfrequenz 9 Hz 9 Hz 9 Hz
Anwendung Natur Sicherheit Schifffahrt
Reichweite bis 850m bis 850m bis 850m
Bauart Monokular Monokular Monokular
abmessung 172x59x62mm (LxBxH) 172x59x62mm (LxBxH) 172x59x62mm (LxBxH)
Auflösung 640x512px 640x512px 640x4512px
Linsengröße 25mm 25mm 25mm
Zoom 2-4x 2-4-8x 2-4x
Gewicht bis 340g bis 340g bis 340g

Unsere Empfehlung

Wie man sieht handelt es sich, technisch gesehen, um das gleiche Gerät, nur die Gerätefarbe unterscheidet sich bei den einzelnen Varianten. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet das Flir Scout II 640, für das wir hiermit eine Kaufempfehlung aussprechen.

Seek-Thermal-Reveal-Pro

Sind die Seek / FLIR TK Wärmebildkameras zur jagdlichen Anwendung geeignet?

Diese Frage wird uns häufig gestellt, daher unsere Meinungsteilung hierzu.

1. Allgemeine Grundanforderungen zur Jagdanwendung.
Wärmebildkameras im Jagdeinsatz sollten generell min. 25 Hz Bildfrequenz aufweisen, da die Verwendung auch in der bewegten Betrachtung notwendig ist.
Die ruckelnde Bildgebung von 9HZ Optiken ist bei Pirschgängen nicht vorteilhaft.

Der Anwender sollte sich vor dem Erwerb klarmachen welche Reichweiten er abdecken will. Minimallinsengrößen vgl. Seek Compact, sind rein technisch und rechnerisch nicht ausgelegt für Entfernungen jenseits von 50m. Falsche und geschönte Infrarotbilder auf der Verpackung sind eher ein Täuschungsversuch, da diese nicht die reale Leistungsfähigkeit darstellen.

2. Wettbewerbsanalyse
Der Markt im Bereich von Wärmebildoptiken unter 1 Tsd EUR ist heiss umkämpft. Derzeit leisten sich FLIR mit der Scout TK bzw. Ocean Scout TK (Preis: 584,-. EUR inkl. ) und Seek (Hauptaktionär Raytheon) mit der Reveal Pro Optik (798,- EUR inkl. )  ein für den Markt vorteilhaftes Rennen. Ein stetiger Preisverfall ist abzusehen.

Optik Auflösung / Pixel Linse / mm Sehfeld / ° Bildfrequenz / Hz empf. VK inkl. / EUR
Seek Compact 206 x 156 3 36 9 299,-
Seek Compact XR 206 x 156 5 20 9 349,-
Seek Compact Pro FF 320 x 240 5 32 30 599,-
Reveal 206 x 156 3 36 9 449,-
Reveal XR FF 206 x 156 5 20 30 519,-
Reveal PRO FF 320 x 240 5 32 30 799,-
FLIR TK 160 x 120 14 20 9 634,-

Hinweis: Die FF Ausführungen gibt es auch mit 9Hz Bildfrequenz

Wir vermuten daher das der chinesische Hersteller Guide Infrared auf der IWA 2017 eine Optik im gleichen Preisniveau vorstellen wird.

Seek-Compact-Pro  Seek-Reveal-Pro

Seek Compact PRo und Compact XR                      FLIR Ocean Scout TK Seek, Reveal Pro, XR FF

Während sich FLIR mit klarer Vertriebskommunikation an den Naturanwender richtet, versucht Seek parallel den professionellen Handwerker- und Naturanwender zu fokussieren. Bekanntlich ist der, welcher sich auf eine Sache konzentriert erfolgreicher, diese Meinung teilen wir. „Schweizertaschenmesseroptiken” mit Taschenlampe, Thermometer und Infrarotdetektor werden nie einem Zweck richtig gerecht, im Gegenteil, es kommt zu unnötigen Stromverbrauch und einer Anwendungsirritation.

3. Praktischer Einsatz
Der Einsatz von Wärmebildkameras für die Jagd findet üblicherweise im Dunkeln statt.
Auch dem Wild zu liebe, sollte man daher auf unnötiges Leuchten bzw. Abstrahlen verzichten.
Wärmebildoptiken mit einem Betrachterbildschirm oder Smartphone gestützt, können dies nicht verhindern. Aus diesem Grunde sind Optiken die man direkt vor dem Auge hält und somit das Licht durch das Okularschutzgummi abfangen vgl. FLIR TK, vorteilhafter. Ein weiterer Vorteil der “am Auge Betrachtung” liegt darin, dass Details besser erkannt werden können.
Wer mit der Seek Reveal Optik auf dem Hochsitz sitzt und erkennen möchte was anwechselt, müsste sich hinstellen um die Linse der Optik auf die schräg unten vorhanden Kirrung zu richten, dies ist eher nachteilig.

Der folgende Youtube Film zeigt den Vergleich der FLIR Scout TK und der Seek Reveal XR

Seek-Reveal-Pro

4. Fazit
Interessenten, die max. 6-700 EUR für eine Jagd Wärmebildkamera ausgeben wollen und sich mit der technischen Möglichkeit zufrieden geben auf ca. 100m zu erkennen, ob ein „Stück Wild“ anwechselt ohne im Detail erkennen zu können, handelt es sich um einen Dachs oder Fuchs, empfehlen wir die FLIR Ocean Scout TK bzw. FLIR Scout TK Kamera. (Der einzige Unterschied dieser beiden Optiken ist im Übrigen NUR die Gehäusefarbe).

Die größere Linse der FLIR Scout TK von 14mm sowie die Betrachtung durch das Okular, kompensieren aus unserer Sicht die geringere Auflösung im Vergleich zum Seek Reveal PRo.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass der reine Kennzahlenvergleich von einzelnen Geräteparameter, keinen Rückschluß auf das Betrachterbild ermöglichen. Nur die optimale Abstimmung aller Komponeten, vgl. Temperatursensibilität des Detektors, Bildoptimierungssoftware, Linsevergütung etc. führen zu einer guten und sichtbaren Bildqualität.
Leider ist die TK Kamera nur mit 9Hz Bildfrequenz verfügbar.

5. Ausblick
Ob Seek ein Reveal Jagdset mit Helm herausbringt um bei einer Baumkonfrontation gerüstet zu sein, ist unklar.  Wir wissen aber aus guter Quelle, dass es demnächst eine Version mit schwenkbarem Kopf geben wird, dh. Objektivlinse zu Bildschirm sind bis zu 90° neigbar. Hieraus könnten interessante Anwendungsapplikationen entstehen, vgl. Waffenmontage mit verstellbarem Absehen, etc.. Lassen wir uns überraschen.

Als weiterführenden interessanten Blog empfehlen wir u.a.
http://www.eevblog.com/forum/thermal-imaging/

 

Übersicht GUIDE IR510 Versionen

Auf Grund von unterschiedlichster und leider zum Teil falscher technischer Beschreibung im Internet, finden Sie folgend eine Übersicht der IR510 Baureihe.

Guide-IR-510X

 

Da die Firma GUIDE Infrared auch unter OEM liefert, kann es zu unterschiedlichen Gerätebezeichnungen führen, z.B. Handheld TI oder VANGUARD.

Ab der P Version wurde das IR protective window (Schutzglas vor der eigentlichen IR Linse) nicht mehr verbaut. Das Entfernen des Schutzglases bringt geringfügige Vorteile in der Bildqualität, da die IR Strahlen nicht durch dieses “abgeschwächt” werden.

IR510-with-IR-window_                IR510-without-IR-window

Guide IR510 mit IR Window                                      Guide IR510 ohne IR Window