Kategorie-Archiv: FLIR Optiken

FLIR Scout III 320 vs. KEILER-25

Ein Praxisvergleichstest zwischen:
FLIR Scout III 320 und KEILER-25 Wärmebildoptik

Keiler-Flir-Vgl_w

1. Leistungsdatenvergleich
320 vs Keiler-25

2. Messung der Bildschärfe
Versuchsaufbau besteht aus einer beheizten Messplatte mit unterschiedlichen Konturen auf einer Betrachtungsdistanz von 50m:
distanz-setup_w
Die Bilddaten werden bei der FLIR Scout III 320 Optik per Videokabel auf einen externen Videorekorder übertragen. Bei der Keiler-25 Optik erfolgt die Bilddatenspeicherung per WiFi auf einem Smartphone.

a) Ergebnis mit 1-fach Zoom
FLIR-320-no-zoom_w  Keiler no zoom

b) Ergebnis mit 2-fach Zoom
FLIR-320-2-Zoom_w Keiler 2x zoom

3. Messung der Temperaturempfindlichkeit
Zur Darstellung der Temperaturempfindlichkeit bieten sich zwei Aufbauten an:
a) die Betrachtung von Nummernschildern auf “kurzer” Distanz. Die schwarzen Schildziffern können durch ihre unterschiedliche IR Abstrahlung, je nach Detektorempfindlichkeit, auf der jeweiligen Distanz gelesen werden.

nplate-setup_w2

b) Man simuliert die Betrachtung durch den “Bewuchs” mit einem Tarnnetz oder vgl..
Je nach Detektorempfindlichkeit kann die Wärmekontur dahinter mehr oder weniger erkannt werden.
Dieser Aufbau schien uns realitätsnäher und wurde hierbei verwendet.
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FLIR-320-uncovered_w Keiler uncovered

FLIR-320-covered_w Keiler covered

Die jeweiligen Vergleichsbilder wollen wir nicht im einzelnen kommentieren und überlassen die Interpretation dem Betrachter, jedoch stellen wir fest, dass z.B die optische Vergrößerung sowie die Bildschärfe bei der FLIR Kamera nicht mit den zu erwartenden Leistungsdaten stimmig ist.
Es sei angemerkt, dass die Bildschärfe bei den per Kabel oder WiFi übertragenen Bildern unabhängig von der Dioptrieneinstellung des Okulares ist und somit nicht beeinflusst werden kann.

Fazit:
Aus unser Betrachtungsweise ist die Preisdifferenz zwischen den beiden Optiken von ca. 400 EUR nicht leistungstechnisch erkennbar und gerechtfertigt. Interessant ist auch, dass der FLIR VOx Detektor mit 17 micron Pitch von der theoretischen Seite her betrachtet besser performen sollte, dies konnten wir nicht mit unserem Versuchsaufbau darlegen.

Entscheidend zur Beurteilung des Gesamtleistung einer Optik ist, wie dieser Vergleich zeigt, nicht der einzelne Parameter z.B. der Pitchwert, sondern die Qualität des Gesamtsystems.
Beide im Test verwendeten Optiken werden in Asien hergestellt, jedoch liegt die Gesamtperformance in der Abstimmung der entscheidenden Komponenten und Software.
Wir raten daher, bevor Sie eine Wärmebildkamera erwerben, vergleichen und testen Sie mit Ihren eigenen Augen und verlassen Sie sich nicht alleinig auf Glanzprospekte und bekannte Marken.

Neue FLIR / Armasight Produkte mit dem Boson 12 micron Detektor

Als Shot Show Premiere hat FLIR / Armasight in Las Vegas neue Produkte mit dem Boson VOx Detektor mit 12µm Pitch vorgestellt. Vorerst wurden nur Prototypen gezeigt. Es heisst von FLIR, dass die Markteinführung, beginnend in den USA im 4QT 2017 erfolgt.

Flir-Helios-Boson

Mit der Markteinführung in Europa ist nicht vor 2018 zu rechnen. Ab der Markenname Armasight zukünftig weitergeführt wird, ist derzeit noch unklar, jedoch unwahrscheinlich.

Zu der Frage wann die FLIR Scout Produktserie mit dem Boson Detektor ausgestattet wird,
wollte FLIR keine Stellung nehmen, wir gegen davon aus, nicht vor 2018.

FLIR-Q-14

Marktübersicht über Wärmebildoptiken unter 2.500,- EUR

Gerade jetzt zu Beginn der aktuellen Jagdsaison bekommen wir immer wieder Anfragen, welche Wärmebildoptik sich als Einsteigergerät für die Jagd eignen würde.
Wir schreiben hier gerne einmal auf, welche Meinung wir in der persönlichen Beratung dazu vertreten.

Grundsätzliche Betrachtung bei der Jagdanwendung

Für den Jagdeinsatz empfehlen wir den Kunden sich Wärmebildkameras mit den Mindestleistungsanforderungen von 25Hz Bildfrequenz, 320x240x Pixel Auflösung und 19mm Objektivdurchmesser anzuschauen und zu vergleichen.

In einem früheren Beitrag haben wir auf Nachfrage die Jagdtauglichkeit von Wärmebildkameras bis 1.000 € schon betrachtet. Wir stellten fest, dass sich Interessenten hier mit der technischen Möglichkeit zufrieden geben müssen auf ca. 100m zu detektieren, ob ein “Stück Wild” anwechselt. Sie können aber nicht erkennen, ob es sich um einen Dachs oder Fuchs handelt.

Um die aktuelle Frage adäquat zu klären ziehen wir daher Geräte um die 2.300 € zum Vergleich heran, da wir in unseren Beratungen davon ausgehen, dass die Kunden Wild nicht nur erkennen, sondern auch “ansprechen” wollen.

Wettbewerbsanalyse

Wir halten den Vergleich der folgenden Wärmebildoptiken für angebracht. Alle Geräte sind von uns getestet und können guten Gewissens auch von uns vertrieben werden. Das Keiler-25 kommt aus eigenem Hause und wird nach unseren Spezifikationen hergestellt.

Attribut LIEMKE Keiler-25 GUIDE IR-510P PULSAR Quantum XQ19 FLIR Scout III 320
Bildfrequenz 50 Hz 50 Hz 50 Hz 30 oder 60 Hz
Auflösung 384×288 Px 400×300 Px 384×288 Px 320×240 Px
Linsengröße 25mm 19mm 19mm 19mm
Zoom 2-4x 2-4x 2-4x 2x
Reichweite bis 800m bis 700m bis 600m bis 650m
Abmessung 180x70x70mm (LxBxH) 160x67x62mm (LxBxH) 180x86x59mm (LxBxH) 172x59x62mm (LxBxH)
Gewicht 490g 350g 350g 340g
Bildspeicherfunktion Nein, Liveübertragung per WiFi/Videokabel möglich Ja, zusätzliche Übertragung per Wifi (keine Liveübertragung)/Kabel möglich Nein, Übertragung per Kabel möglich Nein, Übertragung per Kabel möglich
Akku/Batterie integriert, bis 6h Dauerbetrieb integriert, bis 6h Dauerbetrieb 4 AA-Batterien, abhängig von Qualität der Batterien integriert, bis 5h Dauerbetrieb
Preis
Stand Okt 2016
2.298 EUR 2.350 EUR 2.320 EUR 2.398 EUR

Praktische Übersetzung der Kennzahlentabelle

In der Bildfrequenz nehmen sich die Geräte alle nichts. Ein Unterschied von 50Hz zu 60Hz ist praktisch nicht sichtbar. Ebenso macht die Auflösung von 384×288 Pixeln zu 400×300 Pixeln keinen Unterschied. Mit 320x240Pixeln kratzt die Flir Scout III an der unteren Grenze unserer Empfehlungen.

Bei den Zoom-Möglichkeiten liegen alle Infrarotkameras gleichauf. Befindet man sich auf der Pirsch ist ein Zoom nicht notwendig, da man die realen Entfernungen verzerrungsfrei gespiegelt bekommt. Sitzt man auf dem Ansitz sind Geräte mit 2-4-fachem Zoom ideal um Wild auch sicher identifizieren zu können.

Bei der Linsengröße liegt das LIEMKE Keiler-25 vorn. Die 25mm Linse verspricht eine größere Reichweite im Vergleich zu den anderen Kandidaten. Die optische Vergrößerung sorgt hier für eine bessere Bildqualität, aber für ein engeres Sehfeld. Bedenkt man allerdings, dass eine gute Linse den Großteil der Kosten einer Wärmebildkamera ausmacht, steht die Keiler-25 im Vergleich sehr gut da. Zum Vergleich des Sehfeldes empfehlen wir unseren Sehfeldsimulator.

Für die Jäger, die sich ihre nächtlichen Ausflüge gerne später noch einmal in Bildern ansehen, bietet die Guide IR510P als einzige einen integrierten Bildspeicher von 4GB und kommt somit dem Namen “Kamera” am nächsten. Die anderen drei Kandidaten teilen sich im Vergleich den Video-Ausgang. Das Keiler-25 sticht noch mit der WiFi-Funktion heraus, so dass Bilder und Videos bequem auf Smartphone und Tablet-PC übertragen werden können und von dort aus dann an die Freunde versendet werden können.

Die Pulsar Quantum XQ19 sticht als einzige Kamera mit einer Batterie-Stromversorgung heraus. Hier kann im Wald natürlich schnell getauscht werden, während die anderen Kameras integrierte Li-Ionen Akkus besitzen, die per USB-Kabel geladen werden. In Zeiten von Powerbanks im Hosentaschenformat allerdings auch kein herausragender Vor- oder Nachteil mehr.

Fazit

Grundsätzlich ist es immer schwierig die reinen Kennzahlen miteinander zu vergleichen. Zum einen, weil man sich oft auf die Herstellerangaben verlassen muss, zum anderen weil ein gutes Wärmebildgerät vor allem aus dem korrekten Zusammenspiel aller Komponenten besteht. Vor allem die Temperatursensibilität des Detektors, Bildoptimierungssoftware, Linsenvergütung etc. spielt eine entscheidene Rolle und führt zu einer guten und sichtbaren Bildqualität.

Im Fazit empfehlen wir die LIEMKE Keiler-25 und das nicht nur weil diese unseren Namen trägt, sondern weil diese Optik in einer engen Zusammenarbeit mit einem Hersteller entstanden ist der unsere technischen Empfehlungen erfolgreich umgesetzt hat. Damit hält die Keiler-25 was sie verspricht. Sie bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, insbesondere im Anbetracht der größeren Linse und der einzigartigen Live WiFi Bildübertragung.

Seek-Thermal-Reveal-Pro

Sind die Seek / FLIR TK Wärmebildkameras zur jagdlichen Anwendung geeignet?

Diese Frage wird uns häufig gestellt, daher unsere Meinungsteilung hierzu.

1. Allgemeine Grundanforderungen zur Jagdanwendung.
Wärmebildkameras im Jagdeinsatz sollten generell min. 25 Hz Bildfrequenz aufweisen, da die Verwendung auch in der bewegten Betrachtung notwendig ist.
Die ruckelnde Bildgebung von 9HZ Optiken ist bei Pirschgängen nicht vorteilhaft.

Der Anwender sollte sich vor dem Erwerb klarmachen welche Reichweiten er abdecken will. Minimallinsengrößen vgl. Seek Compact, sind rein technisch und rechnerisch nicht ausgelegt für Entfernungen jenseits von 50m. Falsche und geschönte Infrarotbilder auf der Verpackung sind eher ein Täuschungsversuch, da diese nicht die reale Leistungsfähigkeit darstellen.

2. Wettbewerbsanalyse
Der Markt im Bereich von Wärmebildoptiken unter 1 Tsd EUR ist heiss umkämpft. Derzeit leisten sich FLIR mit der Scout TK bzw. Ocean Scout TK (Preis: 584,-. EUR inkl. ) und Seek (Hauptaktionär Raytheon) mit der Reveal Pro Optik (798,- EUR inkl. )  ein für den Markt vorteilhaftes Rennen. Ein stetiger Preisverfall ist abzusehen.

Optik Auflösung / Pixel Linse / mm Sehfeld / ° Bildfrequenz / Hz empf. VK inkl. / EUR
Seek Compact 206 x 156 3 36 9 299,-
Seek Compact XR 206 x 156 5 20 9 349,-
Seek Compact Pro FF 320 x 240 5 32 30 599,-
Reveal 206 x 156 3 36 9 449,-
Reveal XR FF 206 x 156 5 20 30 519,-
Reveal PRO FF 320 x 240 5 32 30 799,-
FLIR TK 160 x 120 14 20 9 634,-

Hinweis: Die FF Ausführungen gibt es auch mit 9Hz Bildfrequenz

Wir vermuten daher das der chinesische Hersteller Guide Infrared auf der IWA 2017 eine Optik im gleichen Preisniveau vorstellen wird.

Seek-Compact-Pro  Seek-Reveal-Pro

Seek Compact PRo und Compact XR                      FLIR Ocean Scout TK Seek, Reveal Pro, XR FF

Während sich FLIR mit klarer Vertriebskommunikation an den Naturanwender richtet, versucht Seek parallel den professionellen Handwerker- und Naturanwender zu fokussieren. Bekanntlich ist der, welcher sich auf eine Sache konzentriert erfolgreicher, diese Meinung teilen wir. „Schweizertaschenmesseroptiken” mit Taschenlampe, Thermometer und Infrarotdetektor werden nie einem Zweck richtig gerecht, im Gegenteil, es kommt zu unnötigen Stromverbrauch und einer Anwendungsirritation.

3. Praktischer Einsatz
Der Einsatz von Wärmebildkameras für die Jagd findet üblicherweise im Dunkeln statt.
Auch dem Wild zu liebe, sollte man daher auf unnötiges Leuchten bzw. Abstrahlen verzichten.
Wärmebildoptiken mit einem Betrachterbildschirm oder Smartphone gestützt, können dies nicht verhindern. Aus diesem Grunde sind Optiken die man direkt vor dem Auge hält und somit das Licht durch das Okularschutzgummi abfangen vgl. FLIR TK, vorteilhafter. Ein weiterer Vorteil der “am Auge Betrachtung” liegt darin, dass Details besser erkannt werden können.
Wer mit der Seek Reveal Optik auf dem Hochsitz sitzt und erkennen möchte was anwechselt, müsste sich hinstellen um die Linse der Optik auf die schräg unten vorhanden Kirrung zu richten, dies ist eher nachteilig.

Der folgende Youtube Film zeigt den Vergleich der FLIR Scout TK und der Seek Reveal XR

Seek-Reveal-Pro

4. Fazit
Interessenten, die max. 6-700 EUR für eine Jagd Wärmebildkamera ausgeben wollen und sich mit der technischen Möglichkeit zufrieden geben auf ca. 100m zu erkennen, ob ein „Stück Wild“ anwechselt ohne im Detail erkennen zu können, handelt es sich um einen Dachs oder Fuchs, empfehlen wir die FLIR Ocean Scout TK bzw. FLIR Scout TK Kamera. (Der einzige Unterschied dieser beiden Optiken ist im Übrigen NUR die Gehäusefarbe).

Die größere Linse der FLIR Scout TK von 14mm sowie die Betrachtung durch das Okular, kompensieren aus unserer Sicht die geringere Auflösung im Vergleich zum Seek Reveal PRo.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass der reine Kennzahlenvergleich von einzelnen Geräteparameter, keinen Rückschluß auf das Betrachterbild ermöglichen. Nur die optimale Abstimmung aller Komponeten, vgl. Temperatursensibilität des Detektors, Bildoptimierungssoftware, Linsevergütung etc. führen zu einer guten und sichtbaren Bildqualität.
Leider ist die TK Kamera nur mit 9Hz Bildfrequenz verfügbar.

5. Ausblick
Ob Seek ein Reveal Jagdset mit Helm herausbringt um bei einer Baumkonfrontation gerüstet zu sein, ist unklar.  Wir wissen aber aus guter Quelle, dass es demnächst eine Version mit schwenkbarem Kopf geben wird, dh. Objektivlinse zu Bildschirm sind bis zu 90° neigbar. Hieraus könnten interessante Anwendungsapplikationen entstehen, vgl. Waffenmontage mit verstellbarem Absehen, etc.. Lassen wir uns überraschen.

Als weiterführenden interessanten Blog empfehlen wir u.a.
http://www.eevblog.com/forum/thermal-imaging/

 

Neue FLIR 12µm Boson Detektoren

Neue FLIR Boson Detektorgeneration

FLIR-Boson-Detektor

FLIR bietet neue LWIR Detektoren an.
Die Boson Detektoren verfügen über eine neue Video-/Bildverarbeitungs Architektur, weniger Stromverbrauch und auf Grund der 12 µm Pixel Pitch über eine kompaktere und leichtere Bauform.

Bosons sind vorerst in den folgenden Konfigurationen verfügbar:

  • 320×256 Pixel (mit oder ohne Shutter)
  • 640×512 Pixel  (mit oder ohne Shutter)
FLIR-Boson-Spezifikationen-S1          FLIR-Boson-Spezifikationen-S2

Zu erwarten sind neue FLIR handgeführte Optiken in denen dieser Detektor verbaut ist, nicht vor Mitte 2017.

 

FLIR Optiken jetzt mit 30Hz Bildfrequenz lieferbar

Die Firma FLIR ist nun in der Lage eine begrenzte Auswahl von Optiken, ausgestattet mit dem 320×240 Detektor, mit einer Bildfrequenzrate von 30 Hz zu liefern.

Ab sofort können von uns die folgenden Optiken geliefert werden:
TS24, TS32, TS32r
BTS-X
HS-324 and HS307
BHS-X

Die Freigabe von Optiken mit 640×480 Pixel Auflösung wird sicherlich erst ab 2016 verfügbar sein.